Was kostet die EU-Staatsbuergerschaft?

Die normal-sterblichen Menschen, die keine EU-Staatsbuergerschaft haben und sich schon in der EU aufhalten, muessen gewisse Bedingungen erfuellen und die buerokratischen Huerden der jeweiligen Laender auf sich nehmen, um die Staatsbuegerschaft zu bekommen. Diejenigen, die sich nicht in der EU aufhalten, haben so gut wie keine Chance, es sei denn, sie sind reich:

Für Investitionen von mindestens 500.000 Euro will Montenegro ausländischen Geschäftsleuten künftig seine Staatsbürgerschaft anbieten, die unter anderem Visa-freie Einreise in die Europäische Union erlaubt. Das „wirtschaftliche Staatsbürgerschaft“ genannte Programm wurde am Montag von der Regierung in Podgorica beschlossen. Damit sollen ausländische Geschäftsleute motiviert werden, in Montenegro zu investieren.

Die Staatsbürgerschaft könnte vor allem für Nicht-EU-Ausländer interessant sein. Denn seit Ende vergangenen Jahres brauchen Staatsbürger Montenegros kein Visum mehr, um in den Schengen-Raum einzureisen.

Montenegro hat seine Staatsbürgerschaft unter anderem schon dem von der Justiz seines Landes gesuchten ehemaligen thailändischen Regierungschef Thaksin Shinawatra gewährt. Er hat sich verpflichtet, in das Hotelgewerbe an der Adriaküste zu investieren. Medienberichten zufolge ist auch der russische Milliardär Roman Abramowitsch an der Staatsbürgerschaft des kleinen Balkanlandes interessiert.

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Was Montenegro anstrebt, ist schon Praxis in einigen reicheren Laendern, die sicherstellen wollen, dass nur die Menschen ins Land kommen und Staatsbuerger werden, die auch Arbeitsplaetze schaffen und/oder zu der Entwicklung des Landes beitragen.

Einerseits kann ich diese Politik verstehen. Andererseits muss es natuerlich auch andere Wege geben, Staatsbuerger zu werden. Zum Beispiel fuer talentierte Bewerber. Man sollte auch nicht den menschlichen Aspekt ausser Acht lassen und eine humane und faire Asyl- und Zuwanderungspolitik entwickeln. Schliesslich betonen gerade die reicheren Laender – die zumal auch ‘christlich’ regiert werden – dass das Christentum die Religion der Liebe ist. Dazu gehoert auch die Naechstenliebe.

Man sollte auch bedenken, dass die zugewanderten Menschen und deren Kinder eine laengerfristige Investition darstellen. Wenn richtig investiert – d.h bei einer gut durchdachten Integrationspolitik fuer die Zuwanderer – koennen diese potentiellen Talente das Land mitgestalten (z.B. durch die Ausbldung zu dringend benoetigten Fachkraeften).