Wer sich die Sendung mit Thilo Sarrazin gestern Abend bei Reinhold Beckmann angeschaut hat, der wird auch die hervorragenden Argumente der zugeschalteten Politologin und Sozialwissenschaftlerin Dr. Naika Foroutan vernommen haben (siehe hier, ab 41. min.). Frau Dr. Foroutan beschäftigt sich mit Integrationsfragen und europaeisch-muslimischen Identitaetsmodellen an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Es ist erfrischend, den Gegensatz zu der Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek zu sehen, die mit Halbwahrheiten und Hetze sogar mit Ehrungen – wie dem Geschwister-Scholl-Preis und dem Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung – ausgezeichnet wird. Es wird Zeit, dass Personen wie Frau Dr. Foroutan, die immer noch wissenschaftlich arbeiten, anstatt nach dem Volksmund zu reden, mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Ich habe den folgenden, etwas aelteren Artikel von Frau Dr. Foroutan in der Berliner Zeitung gefunden, den ich fuer lesenswert halte:
Ob mit oder ohne Kopftuch – wir sind stolz darauf, neue Deutsche zu sein. Die Fakten zeigen: Es gibt keinen Grund für Islamphobie.
Die Schweiz macht es vor: Ein Verbot von Minaretten an muslimischen Gotteshäusern. Und das, obwohl die Regierung, die beiden Landeskirchen, die jüdische Gemeinde, die Gewerkschaften und alle großen Parteien außer der rechtspopulistischen SVP sich gegen das Verbot ausgesprochen und die Unternehmer davor gewarnt hatten. In Holland, Italien und Dänemark überlegt man, ein solches Votum ebenfalls zu initiieren. Was wird das für Folgen für Deutschland haben? Auch hier ist das Gefühl des Unbehagens, der Angst vor “den Muslimen”, längst ein gesamtgesellschaftlicher Konsens – trotz politischer und wissenschaftlicher Bemühungen um Aufklärung.
Erschreckend ist, dass der Trend zu anti-muslimischem Rassismus sich nicht vorrangig im bildungsfernen Milieu auslebt. “Vom Rand zur Mitte” heißt es in einer Studie der “Friedrich Ebert Stiftung”, die belegt, dass rassistische Ressentiments durchaus nicht nur einer versteckten Minderheit über die Lippen kommen.
Die erschreckende Zustimmung zu Thilo Sarrazins aus dem Ärmel geschüttelter “gefühlter Empirie” findet man nicht nur bei den bildungsbürgerlichen Zuhörern des “Deutschlandradios”, sondern gleichermaßen in Spiegel, FAZ und anderen Medien der aufgeklärten Mittelschicht. So steht im Weblog der Welt: “Von einer deutschen Abneigung gegen den Islam kann keine Rede sein. Wer damit die fehlende Integration so vieler Moslems erklären will, macht es sich zu leicht. Die Gründe dürften wohl eher innerhalb dieser Gruppe selbst liegen.” Begeisterte Kommentare als Reaktion – “endlich mal ein mutiger Artikel, endlich mal jemand, der die Wahrheit ausspricht. Respekt!” Peter Sloterdijks Aussage der “organisierten Feigheit vor der Wahrheit” deckt sich mit Matthias Matusseks empörter Haltung nach dem Motto: “Man wird ja wohl noch .”. Dabei fällt auf, dass sie alle auf eine vermeintliche Wahrheit hinauswollen, die endlich mal ausgesprochen werden solle – so, als ob Deutschland sich auf einem permanenten Kuschelkurs gegenüber den Muslimen befände, und nicht seit der 1998 abgeschmetterten doppelten Staatsbürgerschaft kein Tag vergeht, an dem wir nicht an unsere Bringschuld als Migranten erinnert werden.
Aber worauf basiert denn diese “gefühlte Wahrheit”? Wer ist hier in Deutschland eigentlich für die Wahrheit zuständig? Nehmen wir doch mal die Forschungsinstitute als Erforscher der empirischen Faktenwelt: Wer beachtet eigentlich die Ergebnisse all der klugen Männer und Frauen, die für das “BAMF”, für das “BMI”, für “Emnid”, “Allensbach” und “Sinus-Sociovision” Studien zu Ressourcen, Integrationsbereitschaft und Integrationsfortschritten der “Muslime in Deutschland” erarbeiten?Wer liest die Antwort der Bundesregierung auf die in den Diskursraum geschleuderte Diffamierung Wolfgang Bosbachs, der kurz nach Thilo Sarrazin die “Integrationsverweigerer” in Deutschland stärker sanktioniert wissen möchte, und der von der Faktenlage, die ihm seine Regierung daraufhin präsentierte, ganz offensichtlich nichts weiß: 77 Prozent aller zur Teilnahme Verpflichteten nahmen an den Integrationskursen teil; bei der Nichtteilnahme kann nicht von Verweigerung gesprochen werden, vielmehr von diversen Entschuldigungsgründen wie Fortzug ins Ausland, Schwangerschaft, Eintritt in den Arbeitsmarkt.
Warum geht die Studie “Muslimisches Leben in Deutschland”, die Sonia Haug vor fünf Monaten für das “Bundesamt für Migration und Flüchtlinge” erstellt hat, so sang- und klanglos an die “gefühlte Empirie” der Gesamtgesellschaft verloren? In der Studie wird den muslimischen Migranten ein deutlicher Wille zur Integration attestiert, basierend auf dem bisher größten hierzu empirisch erhobenen Datensatz. Die Studie zeigt deutlich: Wir haben keine stetig nachwachsenden Kopftuchmädchen in Deutschland: Insgesamt 70 Prozent der Musliminnen in Deutschland tragen kein Kopftuch, und die Zahl nimmt bei der zweiten Generation stetig ab. Wer kennt sie, diese Wahrheit? Warum kontrastiert sie so stark mit der vermeintlichen Kopftuchdominanz bei muslimischen Migrantinnen?
Warum findet sich keine Antwort auf Herrn Sarrazins menschenfeindliche Aussage in Bezug auf die “mangelnde Produktivität der Türken in Berlin”, die berichtigt, dass bei der türkisch-deutschen Unternehmervereinigung Berlin-Brandenburg und der Handelskammer 9 000 kleine und mittelständische Betriebe von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund geführt werden, die ca. 29 000 Mitarbeiter haben und einen Jahresumsatz von ca. 3,5 Milliarden Euro generieren.Warum antwortet niemand mit den Zahlen des “Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim”, die im April 2005 die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland untersucht und dabei festgestellt hat, dass im Falle der “Türken” im Untersuchungszeitraum von 1991-2003 eine Steigerung der Selbstständigkeit um über 200 Prozent zu verzeichnen ist – so viel zur Produktivität. 80 Prozent der Migranten aus muslimischen Herkunftsländern können als Einkommensquelle auf Lohn oder selbstständige Tätigk eit zurückgreifen, stellt das “Bundesamt für Migration und Flüchtlinge” in seiner Studie “Muslimisches Leben in Deutschland (2009)” dar.
84 Prozent der “Türken” in Deutschland stimmen der Aussage zu: “Ohne die deutsche Sprache kann man als Zuwanderer in Deutschland keinen Erfolg haben”, stellt eine Sinus-Umfrage fest. Auch daraus ergibt sich eine im Vergleich zur alteingesessenen Bevölkerung deutlich stärker ausgeprägte Bereitschaft zur Leistung und einen stärkeren Willen zum gesellschaftlichen Aufstieg: Mehr als zwei Drittel zeigen demnach ein modernes, individualisiertes Leistungsethos. 63 Prozent der Befragten mit türkischem Migrationshintergrund sind der Meinung: Jeder, der sich anstrengt, kann sich hocharbeiten. In der Gesamtbevölkerung stimmen dieser Aussage nur 57 Prozent zu.
Warum kontrastiert das so stark mit der gefühlten Wahrnehmung der Gesamtgesellschaft, in der fast 40 Prozent das Gefühl haben, sich “durch die vielen Muslime wie Fremde im eigenen Land” zu fühlen – wie Wilhelm Heitmeyer in seiner Studie “Deutsche Zustände” deutlich zeigt? Dazu kommt, dass drei von vier Deutschen verneinen, dass “die muslimische Kultur in unsere westliche Welt” passt und 67 Prozent die Werte des Islams mit ihren eigenen für unvereinbar halten – deutlich schwingt da der Gedanke mit, dass auch die Träger dieser Werte in die eigene Lebenswelt nicht passen. Interessant ist, dass auch diese Wahrheit von der Gesamtgesellschaft negiert wir. Deren Selbstwahrnehmung zufolge kann in Deutschland von einer verbreiteten Abneigung gegen Muslime nicht gesprochen werden.
Gott sei Dank sind es etablierte Deutsche, die diese Daten erfassen: Heiner Bielefeld mit seiner Studie “Das Islambild in Deutschland”, das “Allensbach-Institut” mit seiner Forschung “Eine fremde bedrohliche Welt”. Doch auch ein Marktforschungsinstitut ändert nichts an dem “Bauchgefühl”, denn in Deutschland steht das Bauchgefühl – besonders jenes von lauten Männern – weit über dem, was ursprünglich mal Wahrheit hieß.
Wer antwortet endlich mal der Gesamtgesellschaft, dass zwar mittlerweile jeder fünfte Bundesbürger einen Migrationshintergrund hat, dass aber von diesen knapp fünfzehn Millionen nur vier Millionen Muslime sind. Wer sagt ihnen eigentlich, dass mehr als 60 Prozent der Zuwanderer aus den Ländern der Europäischen Union kommen und nicht, wie gefühlt, “bestimmt” Türken und Araber sind, die nämlich in Wahrheit nicht einmal fünf Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen? Von einer islamischen Invasion kann also keine Rede sein – auch wenn ein Großteil des Publikums das so wahrzunehmen scheint.
Während die Realität uns Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund also durchaus bescheinigt, dass wir uns aktiv einfügen wollen, ohne unsere kulturellen Wurzeln zu vergessen, dass uns eine erhöhte Frustrationstoleranz und höhere psychische Robustheit zugeschrieben werden, dass man auf Expertenseite unsere Sprachkompetenz als Bereicherung schätzt und unsere Vermittlerrolle im kulturellen Dialog hervorhebt, unser Empathievermögen und unsere Flexibilität lobt, und während wir langsam beginnen, uns als das neue weltoffene Gesicht Deutschlands zu präsentieren, als multi-ethnische “Neue Deutsche”, beobachten wir eine rückständige, realitätsferne, griesgrämige und von Ur-Ängsten dominierte Empirie der öffentlichen Meinung.Während unsere hybride Identität uns in die Lage versetzt, “MehrHeimigkeit” als Ressource zu empfinden und unsere antagonistischen Identitätspole zu nutzen, um immer neue Wege des Selbst zu finden, die uns manchmal selbst überraschen, weil sie widersprüchlich sind oder “inkonsequent”, weil sie innovativ sind und gleichzeitig altmodische Wertewelten mitschwingen lassen, wundern wir uns teils still, teils sprachlos, teils machtlos, teils traurig, teils resigniert und teils voller Wut über die Wirkungsgewalt von Themen, die mit ihrer Diskursmacht alles auf eine Homogenisierung der Identität reduzieren.
Während ein Großteil von uns längst eine postintegrative Perspektive eingenommen hat und wir in unserem Deutschland bereits angekommen sind, während wir es formen, verändern, färben und prägen, legt sich über diese wirkliche, messbare und nachweisbare Wahrheit die träge Matrix der Hyperrealität – die Sehnsucht nach einem alten Deutschland, das vielleicht ein bisschen bunt, aber bitte ohne “die Muslime” daherkommen sollte. Diese Hyperrealität dominiert die Wahrnehmungswelt und in Folge leider unsere Lebenswirklichkeit: Mit steigenden Integrationserfolgen, Bildungsaufstieg und unserer Präsenz im Elitenraum, mit Deutsch als “Muttersprache” und Muslimen als Nachrichtensprechern und Kulturpreisträgern, beginnt die fiktive kollektive Identitätszuschreibung – “Deutsch-Sein” – als letzte sichere Ressource zu bröckeln. Dies lässt Abwehrmechanismen in der Mehrheitsgesellschaft wuchern, die ihre Identität dadurch zu festigen versucht, dass sie uns als “Andere” markiert. Dabei sind wir längst ein Paradigma. Als “Paradigma-Neudeutsche” bezeichnet uns Michael Wolffsohn: als orientalische Deutsche, Muslimisch-Deutsche, Türkisch-Deutsche, Iranisch-Deutsche, Arabisch-Deutsche – ja, das sind wir. Und stolz darauf!

Man darf aber auch nicht die Erkenntnisse unter den Tisch fallen lassen, die die Untersuchung des Kriminologen Christian Pfeiffer über islamische Jugendliche in D zutage gefördert hat. Demnach sind muslimische Jugendliche umso anfälliger für Gewaltstraftaten, je gläubiger sie sind. Es gibt also eine Korrelation zwischen Islamgläubigkeit und Gewaltbereitschaft. Bei andersgläubigen Jugendlichen gibt es dagegen keine Korrelation zwischen dem Glauben und der Gewaltneigung. Auch dies ist ein Fakt (kein Bauchgefühl), der insofern erschreckend ist, weil es eigentlich gar keinen messbaren Zusammenhang zwischen Religionstreue und Gewalt geben sollte. Dass dieser Zusammenhang aber Im Falle islamischer Migranten überhaupt diagnostizierbar, also positiv messbar ist, spricht Bände!
Die Abneigung so vieler Deutscher gegenüber dem Islam beruht außerdem auf historischen Fakten. Es hat zwei große Islamisierungswellen in Europa gegeben, die Arabische in Spanien und die Osmanische in Südost-Europa. Diese wurden nur in schwierigsten, vereinigten Kraftakten zurückgeschlagen. Die islamischen Heerscharen kamen nicht als Freunde. Das haben die Europäer nicht vergessen! Phobien sind unbegründete Ängste. Die europäische Angst vor dem Islam ist jedoch ganz und gar nicht unbegründet.
@Kehrhelm,
bezuegl. der KFN-Studie. Uebrigens, wie misst man eigentlich die Religioesitaet?
http://www.bildblog.de/19414/macht-der-islam-jugendliche-gewalttaetig/
http://dontyoubelievethehype.com/2010/06/muslime-je-glaeubiger-desto-gewalttaetiger/
http://dontyoubelievethehype.com/2010/06/gewissenslose-manipulation-der-kfn-studie/
Interessanter Artikel. Vor allem, weil sich die Zahlen bei Frau Dr. Foroutan offensichtlich innerhalb von nur 3 Tagen dramatisch ändern können. Was sagen sie dazu?
Die Frage ist, was Frau Foroutan dazu sagt. Emailen Sie ihr, und lassen Sie mich das Resultat wissen, Dear Mr. Smith.
Mr. Smith, dass man bei einer aufregenden Diskussion evtl. eine Zahl durcheinander bringen kann, ist natuerlich total ausgeschlossen.
Ist Ihnen sicher noch nie passiert.
hier sich über eine kurze zahlenverwechslung von dr. foroutan aufzuregen und dann noch verschwörungsvideos auf youtube dazu zu produzieren ist absurd.
das sind doch wieder ablenkungsdiskussionen, die wir freilich von den islamophoben gewohnt sind.
fakt ist, dass die genauen zahlen für 2009 von allen bei den zuständigen stellen eingeholt und überprüft werden können und (ob nun 18 oder 27 %) in jedem fall eines zeigen: dr. foroutan hat recht, dass es in den letzten jahren einen dramatischen positiven trend in der bildung von nachkommen muslimischer migranten gab und sarrazins apokalyptische szenarien bleiben blödsinn.
@ Kehrhelm:
korrelation UNGLEICH kausalität.
korrelation UNGLEICH kausalität.
korrelation UNGLEICH kausalität.
das schreiben wir jetzt alle 100mal an die tafel, bis wirs endlich verstanden haben.
und dann überlegen wir uns, was strenggläubige muslimische jungs hierzulande so für einen sozialen background haben könnten…
aber der werte herr pfeiffer hatte es auch schon in der unseligen videospiel-debatte nicht so mit den feinen unterschieden zwischen den beiden wörtern mit ‘k’…
Bis gestern war ich gegenüber Sarrazins umstrittenen Thesen sehr skeptisch eingestellt. Aber seit nun 18 gleich 27 sein soll, vermute ich die Fälschungsabsichten nicht mehr zwangläufig bei ihm.
“Forschungsprojekt dieser Person: http://www.heymat.hu-berlin.de/neue_deutsche
Thema: Wie Alt-Deutsche von Neu-Deutschen (Muslimen) abgelöst werden…
Was muss man sich in diesem Land als Nicht-Moslem noch gefallen lassen? Ich glaube garnichts mehr, wenn fast ausschließlich muslimische Personen in den Medien erklären, dass es garkeine Integrationsprobleme von Muslimem gebe. Aber sicher! Und Brandstifter erzählen uns, dass es keine Brände gebe.
Kathi, ich verstehe Sie nicht. Wenn es Ihnen in Deutschland nicht mehr gefaellt, haben Sie doch die freie Wahl – wie alle anderen uebrigens auch – auszuwandern.
Hallo liebe Foroutan Fans,
habe soeben die von F. empfohlenen Statistiken durchwühlt. Leider hat die Politologin diese nicht gelesen oder ihre Intelligenz ist zu hinterfragen.
Schaut mal die Einleitung der “working paper 13 und 14 an”. Die Zahlen braucht man gar nicht erst zu analysieren. Türken sind stets am Ende der Negativliste, sorry so ist es nun mal in der offiziellen Bundesstatistik. Übrigens ist der Trend zwar positiv, dennoch bleibt der relative Abstand zu den Nichtmigranten (wir werden auch ein bisschen schlauer….) erhalten und dass, obwohl die Deutschen mit Migrationshintergrund zu den Deutschen gezählt werden, was i.O. ist.
Die Berliner Polizeistatistik PSK ist genauso ein Trauerspiel für die bei uns lebenden Türken. Absolute Spitzenreiter bei Straftätern. Doppelt so viele wie ihne per Bevölkerungsanteil zusteht. Zum Vergleich: 6 x höher als Migranten aus der Russ. Förderation.
Frau F. sollte der Humboldtuniversität bitte keinen weiteren Schaden zufügen und ihren Hut oder was auch immer nehmen.
Hallo lieber Sarrazin Fan,
Bitte schreiben Sie Frau Foroutan an, anstatt sie hier zu diffamieren. Erst wenn Sie ihre Antwort hier auch veroeffentlichen, mit den noetigen Analysen und im Kontext, dann sehen wir weiter.
Es ist erschreckend, wie stark Vorbehalte gegen eine Wissenschaftlerin mit Migrationshintergrund den Blick vernebeln, oberflächliche Recherchen eines arrivierten Ex-Politikers und Bundesbankers aber für bare Münze genommen werde.
Dabei hat dieser Mann erkennbar nur die Quellen herangezogen, die sein projektiertes Output
“Deutschland schafft sich ab” stützen, wobei er die Auslegung dieser Quellen wiederum sehr einseitig vornahm.
Mich ittitiert dabei vor allem, wie sehr sich die inhaltlichen Positionen in diesem Buch denen gleichen, die von Le Pen in Frankreich und Wilders in den Niederlanden schon seit längerem vertreten wurden.
Ich hoffe und wünsche, dass Frau Foroutan weiter couragiert ihre Arbeit fortsetzt und hilft, in unserem Land Vorurteile abzubauen.
“Kathi, ich verstehe Sie nicht. Wenn es Ihnen in Deutschland nicht mehr gefaellt, haben Sie doch die freie Wahl – wie alle anderen uebrigens auch – auszuwandern.”
Wenn Sie mir jetzt noch sagen könnten, wo es keine Probleme mit Muslimen gibt, wäre ich eher heute als morgen weg.
Und die Statistiken von Naika Foroutan bestätigen nur die Vorurteile über den Umgang der Muslime mit der Wahrheit.
Romue,
es gibt keine Probleme mit den Muslimen in der Tuerkei. Also packen Sie schon mal. :)
Die Statistiken von Frau Foroutan und Ihr Kommentar bestaetigen Ihre Vorurteile gegen die Muslime
@dybth
es gibt keine Probleme mit den Muslimen in der Tuerkei. Also packen Sie schon mal. :)
haha, der ist gut, aber Sie bestätigen damit, dass es hier Probleme gibt
Die Statistiken von Frau Foroutan und Ihr Kommentar bestaetigen Ihre Vorurteile gegen die Muslime
Wer lesen kann ist klar im Vorteil, informieren Sie sich
@Romue,
Ich bestaetige dass es Probleme mit ‘Muslimen’ gibt, wie es sie auch mit ‘Christen’. Es gibit sie mit Linken, mit Nazis…und auch mit vorurteilsbelasteten Menschen wie Ihnen. :)
Uebrigens, die gleichen Argumentationsmuster gab es schon mal. Vor wenigen Jahren waren es die ‘Asylanten’….Und vor noch laengerer Zeit hat man die Juden fuer alles Schlimme verantwortlich gemacht.
Menschen finden immer etwas. Glauben Sie, nachdem Sie das Problem der “Muslime’ entsorgt haben, ist alles Friede Freude Eierkuchen in Deutschland? Sie koennen sicher sein, dass Sie schon eine andere Gruppe finden werden.
Lesen alleine reicht nicht, Romue. Sie muessen die komplizierten Sachverhalte auch verstehen, und differenzieren koennen, sonst enden Sie wie die PiPifanten :)
Ob nun Sarrazin-Fan oder nicht, so kommt man nicht weiter. Es ist doch eine sinnlose Diskussion! Wenn es Probleme mit muslimischen Einwanderern gibt, sollte man dann nicht schlicht und ergreifend alles daran setzen, diese Probleme aus dem Weg zu räumen!? Anschuldigungen, Vorurteile und (begründete oder auch unbegründete) Ängste machen es alles nicht besser. Jeder der behauptet, Muslime würden sich in Deutschland nicht richtig integrieren, und die damit ein Problem haben, frage ich: warum unterstützt ihr sie nicht dabei? Stattdessen entwickelt ihr eine negative Grundhaltung ihnen gegenüber. Für die meisten Probleme gibt es eine Lösung oder zumindest Lösungsansätze.
Nebenbei bemerkt verallgemeinern die meisten hier “die muslimischen Migranten”, als wären sie alle gleich. Statistiken und Durchschnittswerte liefern einen Aufschluss über Einzelne, oder über tiefere Gründe.
@dybth
Sie muessen die komplizierten Sachverhalte auch verstehen, und differenzieren koennen, sonst enden Sie wie die PiPifanten :)
Wer Islamkritik mit Antisemitismus vergleicht zeigt, dass er lesen kann, aber eben nichts verstanden hat.
@romue,
wer keine parallelen zu dem antisemitismus des spaeten 19./fruehen 20. jahrhunderts und der islamfeindlichkeit von heute – die auch gerne als ‘islamkritik’ getarnt daher kommt – sieht, der zeigt, dass er mit dem Rechten auge viel besser sieht :)
Ja, die Zahlenreihen die eine Frau Foroutan vorfuehrt sind in der Tat etwas besonderes. Hatte mir gewuenscht das Sie etwas dazu machen!
Besonders merkwuerdig bei Fr. Foroutan wird es, wenn man noch das Internet als Suchmedium benutzt.
Da kann man dann in einem Interview mit heise.de (http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=32688&mode=print) folgendes lesen:
Frage:
Auf der Pressekonferenz der Islamkonferenz gab es kaum ein lobendes Wort über die bereits erzielten Fortschritte und die längst bestehende Teilhabe der Muslime in der deutschen Gesellschaft. Wundert sie das?
Naika Foroutan:
(…)Jetzt stellt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fest, dass unter den Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund 30% ein Abitur oder Fachabitur haben. Es würde sich lohnen, dass diese empirischen Fakten mal stärker hervorgehoben werden und nicht nur nach den Negativentwicklungen geschaut wird.
Und in einem Interview mit der Onlineausgabe der Berliner Morgenpost (http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1389913/Ali-und-Ayse-sind-irgendwann-deutsche-Namen.html) taucht dann folgendes auf:
Berliner Morgenpost:
Bei “Beckmann” erklärten Sie, dass die Zahl der Abiturienten etwa bei den Türken um mehr als 900 Prozent zugenommen habe. Wie viel hat das mit der Wirklichkeit zu tun? Schließlich gibt es für fast jede Argumentation die passende Statistik.
Naika Foroutan:
Natürlich hat man immer seine eigene Brille auf. Aber die Zahlen habe ich mir nicht ausgedacht. Sie stammen aus dem Mikrozensus. Sie widerlegen die Argumentation Sarrazins, wonach bei Muslimen kaum Bildungsverbesserungen zu beobachten sind. Als die ersten Türken einwanderten, hatten drei Prozent einen Hochschulabschluss, heute 25 Prozent. Das entspricht einer Steigerung von 800 bis 900 Prozent.
Interessant ist, dass es dies Interview noch in “verbesserter” Form unter: http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1389835/Berliner-Migrationsforscherin-widerspricht-Sarrazin.html. In dieser “Version” wurde diese Aussage durch die bereits erwaehnten 27% ersetzt und auch der Fauxpas mit dem “Hochschulabschluss” getilgt.
Bleibt die Frage fuer uns alle: Was meint sie? Und: Was hat sie eigentlich gesagt?
Die FRau ist ein Mysterium…
Die Frau ist kein Mysterium. Sie arbeitet an der Uni in Berlin, und die zahlen, die sie praesentiert, sind oeffentlich zugaenglich. Sie wird jetzt, hauptsaechlich von den PiPiFanten und Sarrazenen so zerlegt, um ihre Glaubwuerdigkeit in Frage zu stellen.
Fakt ist, sie ist die erste glaubwuerdige Person, die in den Talkshows Sarrazin, Broder etc. ordentlich Contra geben konnte. Das sie nun in der heutigen Zeit, gerade auch in dieser Stimmung, nun als Zielscheibe dasteht, ist nicht verwunderlich.
Ich schlage vor, ihr zu schreiben, und wenn sie darauf reagiert (was ich nicht glaube, da sie mit Sicherheit mit sehr viel Muell zugeschuettet wird, seit sie einen gewissen Bekanntheitsgrad hat), dann bitte ich, ihre Antwort mir zur Verfuegung zu stellen.
Absurd ist die Behauptung von die/denjenigen, die Frau Foroutan fuer ihre Zahlen kritisieren, aber Sarrazins Zahlen ohne naehere Betrachtung als wahr hinnehmen. Denn Sarrazins Zahlen sollen ja nur beweisen, was man ohnehin schon meint zu wissen.
Herr Dubjek,
wenn Sie etwas Sachliches beizutragen haben, dann werden Ihre Kommentare auch veroeffentlicht.
Gruss,
Dybth
Chris, wenn du etwas Sachliches beizutragen hast, dann werden Deine Kommentare auch veroeffentlicht.
Dybth
“Die Abneigung so vieler Deutscher gegenüber dem Islam beruht außerdem auf historischen Fakten.”
Behauptung: Diese historischen Ereignisse sind den wenigsten Deutschen bekannt.
Was ich ander ganzen Diskussion befremdlich finde, ist das hier immer von den Muslimen gesprochen. Ganz automatisch wird hier eine Gruppe aufgemacht –> Die Anderen. Genau darin besteht ja der Rassismus. Man meint, dass die dort eine Gruppe sind, denen man bestimmte Eigenschaften zuweist –> kriminell, faul, sind nur für sich, nehmen nur etc.
Ich finde das Argument mit den Kriminalitätsstatistiken nicht trifftig. Weil Ausgrenzung und fehlende soziale und wirtschaftliche Teilhabe gleichzeitig ein Grund für Kriminalität sein kann s. Afro-Amerikaner in den USA.
Ich finde außerdem dieses ökonomische Menschenbild immer zum brechen. Ein Mensch ist etwas Wert und tollerierbar, wenn er wirtschaftlich etwas leistet.