Der Sultan hatte einen boesen Traum

Celal Oezcan hat einen hervorragenden Kommentar in der Sueddeutschen Zeitung mit dem Titel Nicht was, sondern wie veroeffentlicht. Darin schreibt er:

[…]Henryk Broder sagt, 99,9 Prozent der Muslime seien friedliche Menschen, aber sie ließen sich von den 0,1 Prozent Islamisten als Geiseln nehmen. Seine Schlussfolgerung: Zwischen beiden gebe es letztlich keinen Unterschied. Islam gleich Islamismus. Deswegen setzt er auf Konfrontation, der Westen dürfe vor dem Islam keinesfalls kapitulieren. Aber bestünde die wahre Kapitulation nicht darin, dass man dem Islam jede Reformierbarkeit abspricht?

Wenn Necla Kelek, die sich schizophrenerweise selbst als Muslimin bezeichnet, den Islam als eine Ideologie verurteilt, deren Wesensmerkmale Terror, Ehrenmorde und die Unterdrückung der Frau seien – ja, dann bleibt nichts anders übrig, als den Islam abzuschaffen. Ein gefundenes Fressen nicht nur für die europafeindlichen Islamisten, sondern auch für alle Islamophoben in Europa.[…]

Der Sultan hatte einen bösen Traum, so erzählt eine türkische Legende. Jemand schlug ihm ins Gesicht, und er verlor alle seine Zähne. Der Hoftraumdeuter sagte, dieser Traum bedeute den Verlust seiner ganzen Familie. Der Sultan war verärgert. Man holte einen anderen Traumdeuter, der sagte, dies sei ein schöner Traum. Er bedeute, der Sultan werde länger leben als alle seine Familienmitglieder. Es geht eben nicht nur darum, was man sagt, sondern wie man es sagt.