Ist die CDU der SPD einen Schritt voraus?

Was die SPD im Fall Sarrazin nicht geschafft hat, macht die CDU den Sozialdemokraten hoffentlich nun mit dem Berliner Abgeordneten Stadtkewitz vor. Zumindest erscheint es, als ob die CDU fest entschlossen und konsequenter ist, den Rechtsaussen Stadtkewitz aus der Partei auszuschliessen. Beim Fall Sarrazin glich das eher einem Trauerspiel der SPD. Die Berliner Morgenpost berichtet:

Die Berliner CDU-Fraktion hat am Montag angekündigt, den Ausschluss ihres Abgeordneten René Stadtkewitz wegen dessen Kontakten zum holländischen Rechtspopulisten Geert Wilders aus der Fraktion einzuleiten. Das hatte Landes- und Fraktionschef Frank Henkel für den Fall angedroht, dass der als Kritiker des politischen Islam bekannte Abgeordnete (45) Wilders nicht wieder von einer Veranstaltung in Berlin auslädt.[…]

Bereits in einem Brief an Henkel am Freitag hatte Stadtkewitz betont, er werde das nicht tun. Das widerspreche seinen Grundüberzeugungen. „Unter diesen Bedingungen entscheide ich mich für die Freiheit und werde für meine Überzeugung eintreten“, betonte er. Sich zu den Werten der CDU zu bekennen, lehnte Stadtkewitz als „absurden Gesinnungstest“ ab. Sollte er ausgeschlossen werden, werde er sein Mandat nicht zurückgeben, sagte er.

Die Antwort von Stadtkewitz beweist, dass er nicht bereit ist, von seinem Irrweg abzukehren“, sagte CDU-Fraktions-Vize Michael Braun der dpa. Deshalb werde der CDU- Fraktionsvorstand das Ausschlussverfahren vorbereiten. Die Fraktionsmitglieder sollen darüber in der nächsten Sitzung am 7. September abstimmen. Henkel hatte kritisiert, Wilders und seiner Partei gehe es um die „Dämonisierung einer ganzen Religion“. Weiter schrieb er an Stadtkewitz: „Eine Ideologie, die Menschen herabsetzt oder einer Gruppe wie den Muslimen insgesamt und undifferenziert grundsätzlich unterstellt, sie seien zu einem toleranten Miteinander nicht bereit oder in der Lage, hat mit den allgemein akzeptierten Werten unserer Partei als auch unserer Gesellschaft nichts zu tun.“ […]

Eigentlich war die SPD immer die Partei der Wahl fuer die Deutschen mit Migrationshintergrund. Aber die CDU war es, die die erste tuerkisch-staemmige Ministerin benannt hat, und die CDU ist es, die gegen rechtes Gedankengut in ihrer Partei konsequenter vorzugehen scheint. Ob die CDU dadurch waehlbarer fuer diese Waehlergruppe wird?