Ahmet Senyurt scheint es gestoert zu haben, dass deutsche Bundestagsabgeordnete mit an Bord waren, weil sich unter den ca. 700 Passagieren aus 36 Laendern verschiedenster Religionen auch einige Aktivisten befanden (wieviele genau sagt er in seinem Bericht nicht), die seiner Meinung nach nationalistisch-islamistische Tendenzen ausweisen und keine Friedensaktivisten waren.
Da tauchen auf einmal Bundestagsabgeordnete von der Linken auf einem Schiff auf, das Kurs genommen hatte auf Gaza. Hilfsgüter wolle man in den von Israel abgeriegelten Gaza-Streifen bringen. Ein Auslandseinsatz, mit dem die Linke mal keine Probleme hat.
Doch wer steckt hinter diesem Projekt, das sich mit prominenten Mitreisenden wie dem schwedischen Schriftsteller Henning Mankell schmücken konnte? Und waren die Mitreisenden wirklich alle in friedlicher Mission unterwegs? Eric Beres und Ahmet Senyurt sind diesen Fragen nachgegangen.
http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=6481392/pv=video/nid=233454/qsb6iy/index.html
(…) im Folgenden nur stichpunktartig festhalten, was aufgefallen ist und würde Sie bitten, im gegebenen Falle fehlende Informationen zukommen zu lassen.
1. Immer noch werden “verwechselte” Quellen gebracht, von denen sich sogar die israelischen Urheber inzwischen distanziert haben (z.B.
http://edition.cnn.com/2010/WORLD/meast/06/06/gaza.flotilla.recordings/index.html).
2.Es gibt keine Einordnung, ob die befragten Türken Kemalisten sind oder nicht…(das ist aber absolut entscheidend – zumal es nur einen einzigen “Kronzeugen” gibt, denn Michael Kiefer äußert sich ja nur zum Thema “Nationalismus”!)
3. Man könnte fast zynisch sagen: “zum Glück” war der BBP-Mann an Bord – das reicht anscheinend für die Macher des Stücks – und heißt für mich: ich kann zu keiner Demo mehr gehen, weil man nie weiß, wer da kommt oder auch, was genau gesagt wird…
4. Gehört die IHH jetzt irgendwie zur BBP oder umgekehrt oder nicht? Das habe ich nicht verstanden und an einer Klärung dieses Sachverhalts wäre ich weiter interessiert!!!
5.Über Ahmed Senyurt braucht man nicht viel zu sagen, nachdem sich die ARD selbst schon davon distanziert hatte, dass er für sie arbeitete – am eindrücklichsten aber das Radiostück “Ein Käfig voller Enten” von Walter van Rossum auf die regierungskonforme Verarbeitung des wenigen, das man über die Sauerlandattentäter weiß…
Alles in allem, wirft die Sendung mehr Fragen auf, als sie beantwortet, was ja nicht immer schlecht sein muss – aber das sinn-induktive Suggestionspotential der nicht eindeutig geklärten Verhältnissezwischen den genannten Akteuren und Gruppen, wirft kein gutes Licht auf den hier vorliegenden Journalismus.
Ich habe mir die Sendung mehrmals angesehen, da wird die Meinung eines Journalisten der alten Nomenklatura Mete Cubukcu, die sich in die Zeiten des guten alten korrupten Regimes zurücksehnen, in dem das Militär dafür sorgte, das es so blieb. Die Reform der Verfassung und damit die weitere Demokratisierung, dazu gehört eben auch die Entmachtung des Militärs und die Stärkung der Minderheitenrechte, wird ebenso von diesen “Demokraten” verhindert, indem sie gerne das immer wieder funktionierende Beschuldigung des Islamismus ins Feld führen, jetzt ist sogar Erdogan ein Islamist.Schließlich machen es die Amerikaner, Russen und Israelis genauso, alle Opfer ihrer Morde sind Islamisten bzw. Terroristen, dafür braucht man doch keine Beweise, ihre Anschuldigung muss genügen.
Die Aktivisten wären teilweise nicht mit friedlicher Absicht an Bord der Schiffe gekommen, interessant ist nur, dass sie nicht versucht haben im Morgengrauen israelische Schiffe mit scharfer Munition anzugreifen und das in internationalen Gewässern. Noch eins. diese Terroristen haben es nicht hinbekommen einen einzigen israelischen Elitesoldaten zu ermorden, obwohl sie drei als Geisel hatten ?
Alle Opfer hatten schwerste Knochenbrüche und sind aus nächster Nähe angegriffen worden, auf einem Video sieht man, wie Israelis einen am Boden liegenden Menschen erst zusammentreten, danach wird er mit mehreren Schüssen exekutiert, hat er aber verdient, war ja ein Terrorist. Israel selbst hatte die Passagierliste ,wie alle Anderen, Wochen und Monate vorher offen zugänglich, seltsamerweise wurde erst zwölf Tage nach der Ermordung der Aktivisten die IHH auf die Terrorliste gesetzt, klar, die Opfer waren Terroristen. Die belastbaren Quellen sind die Amerikaner und Israelis, klasse. Aber gut, das Mitglieder der BBP dabei waren, die wild um sich geschossen , Waffen an Bord gebracht und Menschen getötet haben, upps, das waren ja die Israelis..Nicht nur die Türkei ist weiterhin reformbedürftig, sondern auch der Journalismus, Verschwörungstheorien als Ersatz für Fakten hat sich leider immer mehr verbreitet..Und wieviele Nebelkerzen, Lügen und Propaganda sind tolerierbar, bis Jemand in die Gemeinschaft der ernstzunehmenden Journalisten aufgenommen werden kann? Diese Reform dauert bestimmt mindestens zehn-zwanzig Jahre..
[...]Übrigens, meine Frage lautete immer noch: Wie friedlich sind Friedensaktivisten die Gewaltanwendung für ein probates Mittel halten?
s der Naehe, teilweise mit mehreren Kopfschuessen gemacht haben.
Nur eine kurze Frage in dem Zusammenhang, waren die Soldaten im Morgengrauen in einer Friedensmission unterwegs ?
Waren sie deshalb so überrascht als sie das friedliche Feuerwerk an Blendgranaten, Tränengas, Plastikmunition abgeschossen haben, dass die Aktivisten ihnen nicht auch noch an Bord geholfen haben ? Konnten sie vor lauter Rauchschwaden die weißen Fahnen nicht sehen, die die Aktivisten in den Händen hatten? Mussten sie deshalb mit mehreren Schüssen auf am Boden liegende, von ihnen verletzte Zivilisten sicher gehen, dass ihre Friedensmission erfolgreich ist ?
Sie haben sich doch nur gewehrt, aber wogegen eigentlich, ist ihr Boot, ihr Helikopter gekapert , sind sie zusammengeschlagen und erschossen worden ?
Im Übrigen, die gleichen Quellen, die jetzt die IHH in die Terroristenecke stellen wollen, haben Nelson Mandela erst Juni 2008 !!! aus ihr entfernt.
Upps hatte Israel nicht vorher einen regen Kontakt, bis hin zu Atomwaffen, zu der “einzigen Demokratie im Süden Afrikas”, als Nelson Mandela im Gefängnis sitzen musste ?
Da war doch noch irgendwas mit Apartheid und Rassismus, oder war das in Israel ?
Im Flotilla Campaign Summary Report der IHH (in englisch) gibt es auch mehr Infos zu dieser Thematik.


Update:
Ahmet Şenyurts Filme sind durchgehend frisiert und zurechtgebogen. Seine Nähe zur neurechten Szene ist offensichtlich. Vor kurzem versuchte er in einem Beitrag für report München, die NSU-Mordserie mit Islamisten zu verknüpfen, konnte sich aber gegen seine Co-Autoren nicht so recht durchsetzen.
In Şenyurts neustem Film – Thema Islamisten, was sonst? – kommt der Schauspieler Dirk Heinrichs vom Verein “Sprache gegen Gewalt” zu Wort. Und da wird’s interessant. Denn Dirk Heinrichs ist mir mal begegnet und als äußert unangenehm und streitsüchtig aufgefallen.
Da schließt sich wieder mal der Kreis. Von Menschenrechtlern, die ein festes Feindbild pflegen (Heinrichs), bis hin zu Journalisten, die ein eher merkwürdiges Verhältnis zu Fakten haben (Şenyurt). Türkenjäger sind sie beide, jeder auf seine Art.
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Hier nochmal zum Nachlesen, unser kleines Erlebnis mit Dirk Heinrichs:
Irgendwann auf einem Spielplatz, mein kleiner Sohn und ich. Plötzlich kam ein Mann und warf das Fahrrad seiner kleinen Tochter direkt neben unseren Kinderwagen ins Gras. (Typ: Demo-Polizist, der es auch in der Freizeit gerne handfest mag) Obwohl wir zu ihm und seiner Clique Abstand hielten, suchte er immer wieder unsere Nähe. Einmal lief er sogar laut klatschend direkt zwischen uns hindurch. Der Typ wurde richtig unangenehm und wollte offensichtlich provozieren, ohne dass es dafür den geringsten Anlass gegeben hätte. Mein Sohn fühlte sich unwohl und versteckte sich hinter mir. Ich packte ihm also in den Kinderwagen, und wir zogen davon zum nächsten Spielplatz. Und, was soll ich sagen, der Mann stand schon wieder im Weg, rein zufällig natürlich. Ich nahm Kurs auf sein Schienbein – eine Taktik, die ich mir von den Bullerbü-Muttis abgeschaut habe – aber er wich im letzten Moment aus.
Wie ich erst später erfuhr, ist der Mann ein bekannter Schauspieler (ich kannte ihn nicht). Jemand, der sich um seine Mitmenschen sorgt, für soziales Engagement steht und einen Verein gegründet hat. Der Verein nennt sich Sprache gegen Gewalt:
http://www.sprache-gegen-gewalt.de
Der Heinrichs Dirk schreibt mir heute – nachdem ich ihn auf den Kommentar oben hinwies – und behauptet einfach, die “beschriebene Begebenheit” hätte nicht statt gefunden. Und fordert mich auf, den “Kommentar unverzüglich zu löschen”. Ansonsten sehe er sich “gezwungen, den Vorfall zur Anzeige zu bringen.”
Ist ja lächerlich, diese Drohung. Dann sehen wir uns halt vor Gericht. Von mir aus kann der Eintrag natürlich stehen bleiben.