Vom Pech, keine Islamkritikerin zu sein

via Politblogger:

Den Wahrheitsgehalt der folgenden Geschichte, über den die Neue Rheinische Zeitung – einer nur online erscheinenden Publikation aus dem linken Spektrum –berichtet, kann ich von hier aus natürlich weder überprüfen noch beurteilen. Ich möchte dennoch auf sie verweisen, weil ich zumindest im Moment keinen Grund zu der Annahme habe, dass sie nicht stimmt:

Anne hat per E-Mail über 44 Drohbriefe bekommen, außerdem 5 ähnlicher Art in ihren Hausbriefkasten. Sie wurde mitten in der Nacht zuhause von gewaltbereiten Moscheegegnern aufgesucht, nachdem sie sich im Februar 2010 mit einer Facebookgruppe zur Unterstützung von Moscheebauten in Kopenhagen solidarisch erklärte. Sie lebt heute in dauernder Angst davor, dass rabiate Moscheegegner ihre Drohungen verwirklichen und sie töten könnten. Gleichzeitig hat die Polizei entschieden, keine Nachforschungen gegen die Urheber der Drohungen einzuleiten.

[…]

‘Als ich die erste Drohmail erhielt, bekam ich einen Riesenschock und fürchtete mich sehr. Es war fast unwirklich und ich wurde schwindelig. Wenn man morgens um 6 Uhr ganz alleine sitzt und jemand plötzlich schreibt, dass sie wissen, wo man wohnt und kommen wollen um mich totzuschlagen, dann bekommt man es wirklich mit der Angst zu tun. Man ahnt ja wirklich nicht, ob sie es ernst meinen, oder ob dahinter nur eine psychisch kranke Person steckt.’

Schon einige Tage danach erhält Anne wieder E-Mails via Facebook. Der Ton wird noch grober. Eine Person, die sich ‘Kira Israeli’ nennt, schreibt folgendes an sie:

‘Gib mir Deine Adresse, dann werden wir kommen und tote Schweineköpfe in Deine Fresse stopfen, in euch Kanakenschweine. Und den Koran könnt ihr lang in den Arsch getreten bekommen. Scheiss Kanaken, fickt Euch, Ihr dreckigen Verliererschweine, die ihr nicht einmal in Euren eigenen Ländern zu wohnen wagt. Pfui. Pfui. Pfui. Verlierer, Schweine, elendige Verlierer, Schwein, Kanakenschwein.’

Anne schaltet die Polizei ein, doch die bleibt untätig. Selbst ein Brief ans dänische Justizministerium bringt nichts. Inzwischen wird die junge Frau auch zuhause bedroht:

‘4 Uhr nachts schellt es an meiner Tür, ich höre Menschen rufen, dass ich verprügelt werden und sterben soll, Flaschen werden geworfen und es wird gegen die Türe getreten. Ich bekomme Panik und weiß nicht, was ich machen soll. Ich gehe in mein Wohnzimmer und schliesse die Tür hinter mir. Draußen vor meiner Einganstür höre ich eine Frau schreien, dass ich sterben soll, eine andere Stimme sagt dann, dass die Frau die Fresse halten soll und dass sie lieber abhauen sollen, bevor die Bullen kommen. Es hört sich so an, als wenn sie getrunken haben, und der Ton ist wirklich böse und schlimm, nach einiger Zeit kann ich hören, dass sie wieder nach draussen gehen. Ich gehe zu meinem Fenster, hebe die Gardine etwas, um rauszusehen.

Unter der Straßenlaterne sehe ich eine blonde Frau mit langen Haaren stehen. Sie spricht mit 2 Männern. Der eine ist ein ‘Rocker’-Typ in einer karamelfarbenen engen Jacke, und ich bemerke, dass der andere ein junger Mann um die 20 ist, er trägt eine dicke Halskette. Da stehen sie und lamentieren, während die Frau hin und her schaukelt. Ich schätze, dass sie zwischen 20 und 40 Jahre alt sind. Ich habe so etwas noch nie erlebt, ich wohne in einer sehr ruhigen und friedlichem Gegend, und es gab noch nie Ärger in und an unserem Haus. Während ich die Polizei anrufe, verschwinden sie.

[…]

Anne wird nun psychologisch betreut. Die Polizei übt sich unterdessen immer noch in Zurückhaltung.

Anne hat wohl einfach Pech: Sie ist eben keine so genannte Islamkritikerin. Wäre sie es, würde sie vermutlich längst beschützt. Und ihr Fall hätte sicherlich nicht nur in den dänischen Medien für Empörung gesorgt.