Marco Weiss’ Geschichte wird verfilmt

Unglaublich, aber wahr: Die Geschichte von Marco Weiss wird verfilmt.

Zur Erinnerung: Der aus Niedersachsen stammende Marco war im September 2009 in Antalya zu einer Haftstrafe von ueber zwei Jahren auf Bewaehrung verurteilt worden. Der damals 17-jaehrige wurde beschuldigt, im Jahre 2007 während eines Tuerkeiurlaubs eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht zu haben. Ausloeser war eine Strafanzeige von der Mutter der Britin.

Weiss hatte die Anschuldigungen zurueckgewiesen und von gemeinsamen Zaertlichkeiten gesprochen. Er sass 247 Tage in einem tuerkischen Gefaengnis als Untersuchungshaeftling. Schließlich wurde er entlassen und durfte nach Deutschland ausreisen.

Veronika Ferres wird im Film die Mutter von Marco spielen. In einem Interview mit Bild sagt sich auch, warum:

„Unglaublich, was diese Familie durchlebt hat. Die Mutter, selbst eine Bewährungshelferin, musste ohnmächtig zusehen, wie ihr Sohn der Willkür der türkischen Justiz ausgeliefert wurde. Wie dem Liebsten, was sie hat, Unrecht widerfährt.“

Man darf nun auf mehr Tuerkei-Bashing gespannt sein. Zu dem Fall Marco W. schreibt Wikipedia:

[…]Medienberichte über seine Untersuchungshaft riefen insbesondere in seiner Heimatstadt, aber bald auch schon bundesweit, Solidaritätsbekundungen hervor. Einige deutsche Politiker setzten sich für ihn ein. So wandte sich der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier direkt an seinen türkischen Amtskollegen Abdullah Gül. Der luxemburgische Politiker Jean-Claude Juncker kritisierte wegen des Falles die Haftumstände und meinte, dass sich die Türkei den europäischen Zuständen anzunähern habe. Er wurde hierbei durch denbrandenburgischen Innenminister Jörg Schönbohm unterstützt, der erklärte, dies zeige, dass die Türkei nicht für den EU-Beitritt reif sei. Demgegenüber erklärte der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, man solle „die Kirche im Dorf lassen“: Sexueller Missbrauch sei kein Bagatelldelikt, Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr käme bei einem derartigen Tatvorwurf auch in Deutschland in Betracht.

Das Verhalten der deutschen Medien und der Politik stieß in der Türkei auf Kritik. So wurde der Anruf Steinmeiers bei Gül durch den türkischen Generalstaatsanwalt als taktlos angesehen. In den türkischen Medien wurde vor allem der an Kolonialismus erinnernde Ton deutscher Politiker kritisiert. Die Polizei müsse in Fällen von möglichem Missbrauch eingreifen. Unterdessen nahm auch die Staatsanwaltschaft Lüneburg Ermittlungen gegen Weiss auf, weil die ihm vorgeworfene Straftat auch nach deutschem Recht strafbar ist. Zugleich wurde damit die Voraussetzung geschaffen, den Fall nach Deutschland übertragen zu bekommen, was von den türkischen Behörden aber abgelehnt wurde. Die Kritik im Fall Marco Weiss konzentrierte sich im Laufe der Zeit zunehmend auf die insbesondere für einen Minderjährigen als unverhältnismäßig lang angesehene Untersuchungshaft. Da damit auch Fragen der Menschenrechte verbunden waren, schaltete sich EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn in den Fall ein. […]