Lamya Kaddor’s Himmelsreise

Dies ist der zweite Teil zu dem Artikel in die Presse. Hier geht es zum ersten Teil Necla Kelek’s Hoellenfahrt.

Die Rezension zu dem Buch von Lamya Kaddor faellt durchaus positiv aus:

Authentischer liest sich das Buch von Lamya Kaddor „Muslimisch – weiblich – deutsch! Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam“. Die junge Islamwissenschaftlerin hält darin ein persönliches und breit gefächertes Plädoyer für einen liberalen, aufgeklärten Islam, dem sie nicht nur als Gläubige, sondern auch als „Berufsmuslimin“ Modell stehen kann. Einen Großteil des Buches berichtet sie über ihre Erfahrungen im islamkundlichen Religionsunterricht und erläutert ihr Verständnis von Bildung beziehungsweise Persönlichkeitsbildung für junge Menschen, und zwar nicht nur Schüler. Die meisten Muslime wissen kaum mehr von ihrer Religion als das kanonisierte Regelwerk, womit ihnen ein eigenverantwortlicher, also hinterfragter, geliebter und individuell gelebter Islam erschwert wird.

So manches darf man bei der Lektüre belächeln, wie die oft einfach gehaltene Sprache, die sich vom Duktus des Kinderkorans noch nicht gelöst hat. Ebenso den scheinbar obligatorischen Appell zum Schluss des Buches, in dem sich auch Kaddor in einem mehrseitigen Katalog zu einem Muss-muss-muss-Stakkato hinreißen lässt. Gerade liberale, selbstbestimmte Menschen könnte das unnötig beengen. Denn sofern sie sich persönlich für den Islam einsetzen wollen: Es wird nicht solchen Aufforderungen geschuldet sein, sondern der Inspiration, die sie trotzdem von der Autorin und ihrem Buch beziehen können.
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Kaddor erzählt freimütig über ihre Kindheit, ihre Verständnisfragen zum Islam und kindlichen Lösungen, die sie mit dem Motto der Pippi Langstrumpf „Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt“ einleitet. Diese Freiheit, die auf einer intensiven, der Sache dienenden Befragung beruht, nimmt sie sich auch als Erwachsene und lebt ihren Glauben so, wie sie ihn leben möchte und es für richtig befindet.

Obwohl Lamya halb so alt ist wie Frau ‘Doktor’ Necla Kelek, keinen Doktortitel hat, scheinst Sie erfahrener und reifer zu sein. Sie laesst sich nicht in die einfachen Denkmuster und Schwarz-Weiss-Malereien ein, wie es Necla Kelek tut. Sie in der Lage, die komplizierte Themen Islam, Migration, Kultur etc. differenzierter zu betrachten. Ich habe sie in einigen Talkshows gesehen und man konnte ihr die Frustration ansehen, wenn sie sagte, das sie sich durch sog. Islamkritiker, wie Necla Kelek, nicht vertreten fuehlt. Sie empfindet ihr Glauben nicht als Hindernis. Vielleicht ist der Unterschied zwischen Necla Kelek und Lamya Kaddor der, dass Lamya nicht an einem Trauma leidet und keine verstoerte Kindheit und Jugend hatte.